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Thema: Müssen High Frequency Trading Strategien unterbunden werden ?
Das Thema hat 110 Beiträge:
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zorrie  Am: 01.08.2012 20:32:27 Gelesen: 5491# 86 @  
@ peterg [#85]

An den Finanzmärkten wird es nie langweilg, unterhaltsames Video (gegen Ende wiederholt es sich etwas)!

Das hier kam gerade von IB, und betrifft wohl genau diese Fälle
 


pullPUSH  Am: 01.08.2012 23:52:54 Gelesen: 5476# 87 @  
@ zorrie [#86]

Die gesamte Branche tut sich damit keinen Gefallen mehr. Die Effizienz und das Angebot/Nachfrage Prinzip zur Preisbildung ist das A und O. So langsam macht das keinen Spass mehr.

Grüße
 
peterg  Am: 02.08.2012 16:48:29 Gelesen: 5454# 88 @  
http://ftalphaville.ft.com/blog/2012/08/02/1105561/a-hard-days-knight/

http://www.bloomberg.com/video/joyce-we-have-work-to-do-and-we-re-doing-it-now-4XpavVRSQiWg7JLQdEYlTg.html

440 Millionen $ habe die Automaten der Fa. Knight gestern versenkt.
Dafür verlor die Aktie heute 50% ihres Wertes.
Alle Achtung! Ob die das überleben?
Wie ich gestern schon schrieb:
Vielleicht löst sich das Problem mit HFT-Algos irgendwann von selbst, wenn die Verluste der Ausführenden zu groß werden.

PS.
Noch was Lustiges dazu. Ein Zitat des CEO aus dem obigen interview:
"...All our clients respect what we did yesterday. They were very happy with us. Because once we realized that we had a problem we alerted on them..."
 
Richard Ebert  Am: 03.08.2012 14:09:37 Gelesen: 5418# 89 @  
Probleme mit einer neuen Software bei Knight Capital haben nicht nur die Wall Street in Chaos gestürzt, sondern den Finanzdienstleister binnen kurzer Zeit auch 440 Millionen Dollar gekostet. Die Ankündigung von Knight Capital, deshalb einen Kredit aufnehmen zu müssen, schickte den Aktienkurs am Donnerstag in den Keller. Die Papiere des Unternehmens verbilligten sich um fast 50 Prozent auf 3,49 Dollar.

(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/boerse-inside/knight-capital-auf-das-chaos-folgt-der-absturz/6956252.html )
 
gautama2  Am: 03.08.2012 19:56:15 Gelesen: 5398# 90 @  
@ Richard Ebert [#89]

Hat da die Softwarefirma nicht auch ein kleines Haftungsproblem oder ist das Bananaware? Wie läuft das eigentlich ab?
 
sbendel  Am: 03.08.2012 20:18:07 Gelesen: 5393# 91 @  
@ gautama2 [#90]

Steht da in der Eula nicht immer: "Für Schäden die durch Benutzung dieser Software entstehen wird keine Haftung übernommen"?

Da höchste der Gefühle ist wohl, dass für die Zeit des Fehlers keine Lizensgebühren fällig werden.
 
peterg  Am: 03.08.2012 21:07:49 Gelesen: 5381# 92 @  
Habe heute ein sehr interessantes Interview mit einem Insider des High Frequency Tradings gelesen.
Es stammt von: The Casey Report - Investing Ahead of the Crowd
Es ist etwas lang, aber es ist auch für Laien in dieser Materie sehr empfehlenswert sich da "durchzubeißen".

http://www.caseyresearch.com/pdfs/crTcr20120726102306.pdf

Ich geb' mal als Anreiz einige ausgewählte Zitate daraus:

"HFT affects all investors to an extent, because stocks are now priced differently than in the
past. The market used to consist mostly of investors analyzing cash flows and balance sheets, trying to
calculate a company’s fair value. HFTs, on the other hand, react to movements in stock prices alone. That is
not necessarily a bad thing, but since HFTs are responsible for two-thirds of the trading volume, we have
the strange situation where they can set the price based on what they perceive others’ perceptions to be.
...
It is, which is why investors need to understand how to protect themselves. One of the most
important tips I can give you is to never enter stop-losses into the market. There are algos designed to sniff out
stop-losses and manipulate them against you.
...
There are algorithms designed to
read newspaper headlines, search for key words and execute trades based on what they read, all in seconds
or less. I wouldn’t say this is particularly nefarious, because the HFTs in this case are just doing what
humans do – trading the news – but faster.
That said, it can create problems. Awhile back, there was an errant news release about Boeing going
bankrupt, and the HFTs started selling because they saw the keywords “bankruptcy” and “Boeing.” The
story turned out to be an error.
...
As I said earlier, there are many different HFTs that do many different things. But in my
experience, in the aggregate, both of those claims are false. High-frequency trading will reduce liquidity
when we need it most, and will flood the system with nonsense at other times.
...
I also don’t buy the argument that HFTs keep the bid-and-ask spread tight. I’ve seen algorithms that quote
as far away from the NBBO as they are legally allowed to.
...
Within equities, HFTs tend to focus heavily on ETFs. The manipulation is far less in most individual
stocks.
...
TCR: Good to know. What long-term effects do you see as a result of HFT?
GARRETT: I think the biggest issue is the erosion of trust. The markets are becoming so difficult to
understand, and there are so many predators, that I think people will start to withdraw and place their
money elsewhere."
 
gautama2  Am: 03.08.2012 21:58:46 Gelesen: 5375# 93 @  
@ peterg [#92]

Da Computer, egal wie sie programmiert sind, eigentlich höchstens den intellektuellen Horizont einer Amöbe haben und shit-in shit-out bedeutet, sind also 2/3 des Marktes beherrscht von Programmen, die komplex genug sind um nicht mehr für ein fehlerfreies Funktionieren garantieren zu können und mit einer nicht geringen Wahrscheinlichkeit shit produzieren können.
Welche Sicherungen haben eigentlich die Börsenplätze, dass nicht jeder Schwachsinn als Order an den Markt geroutet wird? Ich finde es eigentlich befremdlich dass anscheinend Orders in Größenordnungen von 75.000 Kontrakten, die eine enorme Durchschlagskraft haben, problemlos von einer Börse akzeptiert werden, wohl nach dem Motto: "Denn sie wissen schon was sie tun, und wenn nicht, dann haben wir wenigstens die Gebühren abgezockt". Ekelhaft.
 
scorpion260  Am: 03.08.2012 22:41:24 Gelesen: 5372# 94 @  
@ gautama2 [#93]

Warum sollte eine Börse denn eine Order nicht akzeptieren,
bzw. wie feststellen können, ob diese Schwachsinn ist oder nicht?!
 
gautama2  Am: 03.08.2012 23:35:13 Gelesen: 5366# 95 @  
@ scorpion260 [#94]

Man hat doch einen Einblick in die Markttiefe und wie weit dies den Preis in eine Richtung reißt. Ab einer bestimmten Größe, die um einen Faktor x über dem durchschnittlichen Handelsvolumen der jüngeren Zeit liegt, sollte u.U. zunächst eine Rückfrage geschehen. Dirty fingers gehören einfach gefiltert um einen sinnvollen Handel sicher zu stellen. Das ist eine Börse den Marktteilnehmern schuldig finde ich.
HFT Handel muss nicht unterbunden werden, aber offensichtliche oder vermutliche Logikfehler sollten einfach von einer Handelsplattform Rückfragen beim Ordergebenden auslösen. Dann werden vielleicht auch manche Orders nicht mehr rückabgewickelt, sondern der Händler haftet gefälligst für den Mist den er auslöst.
Bei jedem popeligen Kartenspiel daheim heißt es schließlich auch "Was liegt, das liegt".
 
scorpion260  Am: 04.08.2012 00:18:19 Gelesen: 5360# 96 @  
@ gautama2 [#95]

Das glaubst Du doch alles nicht wirklich, oder?
Um Emotion spät am Abend abzuladen ja, aber im täglichen Handelsgeschäft, ich bitte Dich.

Genieße das Wochenende, bis Montag:-).
 
benedikt54  Am: 04.08.2012 09:35:15 Gelesen: 5352# 97 @  
@ scorpion260 [#96]

Wallstreet lebt von Volumen sprich Provisionen und deshalb ist alles recht was ein solches generiert.

Andererseits ist es ja nicht das erste mal das solche Dinge vorkommen und Märkte kurzfristig zerrissen werden.

Was spricht denn dagegen im elektronischen Handel, gerade aus obigen Erkenntnissen, eine Unterbrechung des Handels einzuführen?

Ich kann kein logisches Argument finden was dem widersprechen könnte, ausser eben die Gier nach Umsatz um jeden Preis.

Wie Gautama richtig schreibt, wer scheisse Programmiert darf sich nicht wundern wenn scheisse hinten rauskommt.
 
scorpion260  Am: 04.08.2012 10:11:49 Gelesen: 5333# 98 @  
@ benedikt54 [#97]

Eben das meinte ich.
Genau aus dem von Dir genannten Grund, wird es derartige Überwachungen, außer sie würden politisch per Gesetzeslage erzwungen, nicht geben.


Manchmal denke ich, ich schreibe es so, wie es wirklich ist, und Andere schreiben es so, wie es wohl besser wäre.
Meinen tun wir alle das Gleiche, nur immer von verschiedenen Blickwinkeln aus.

Seltsam...
 
gautama2  Am: 04.08.2012 12:35:32 Gelesen: 5321# 99 @  
@ scorpion260 [#98]

Die Gegenwart zu beschreiben ist ja keine Kunst. Aber es geht ja auch darum zu überlegen wie es besser gehen könnte. Natürlich kann ich daran nichts ändern, aber das ist eben meine Meinung und es stinkt mich an, wenn es Idioten gibt, die mir u.U. die Performance versauen. Ich sehe mich als Händler und nicht als Spielkamerad für Idioten, die ihr Spielzeug nicht im Griff haben und hinterher noch zu Mama gerannt kommen und gerettet werden wollen weil sie sich aua gemacht haben. Und das darf ich dann hintenrum auch noch zahlen. Wenn dir das nicht passt ist das dein Ding und ausgeschlafen habe ich, aber sowas macht mich einfach extrem okotta.
 
scorpion260  Am: 05.08.2012 12:32:18 Gelesen: 5272# 100 @  
@ gautama2 [#99]

Gegen das Okottasein habe ich einen Boxsack im Schlafzimmer hängen.

Man muß unterscheiden zwischen Händlern und Händlern.
Die eine Gruppe kann sich die Regeln zurechtbiegen, in gewissem Rahmen, die andere Gruppe würde ich eher als Aasfresser bezeichen (was durchaus sehr lukrativ sein kann).
Zur zweiten Gruppe rechne ich mich selbst und jeden Anderen hier.
Ergo, private Trader.
Wir haben weder die Macht, noch das Kapital, um den gleichen Markteinfluß zu erhalten.
Somit bevorzuge ich lieber die emotionslos wahrgenommene Gegenwart, was bedeutet, daß ich derartige Ereignisse als erhöhte Friktionsverluste in Märkten einkalkuliere.
Friktionsverluste sind systemimmanent und immer vorhanden (Slippage, Spread, delay, fees, Steuern....), man sollte seine Sichtweise um die Gruppe außergewöhnlicher Ereignisse erweitern.

Genau eine solche Sichtweise schützt die eigene Performance.

Aber das ist nur meine eigene bescheidene Meinung, Eure Meinungen haben mir schon immer gepaßt, Du schläfst sicher besser als ich, und ich hoffe, Ihr (Du und benedikt) verzeiht mir meine Offenheit.

Mein Wort zum Sonntag:-).


Grüße

Alex
 
xforce  Am: 29.08.2012 11:17:36 Gelesen: 5118# 101 @  
Ich habe eben folgenden Artikel in der WiWo gelesen (weitergeleitet durchs Handelsblatt Online)
http://www.wiwo.de/finanzen/boerse/aktienhandel-wie-privatanleger-ausgetrickst-werden/7049280.html

Wenn ich mir allerdings den Fonds ISIN DE000A0RE964 mal genauer anschaue sieht das Bild mal ganz anders aus, wie in der WiWo beschrieben. http://www.davinci-invest.ch/documents/Da_Vinci_Strategie_UI_Fonds_de.pdf


In dem Artikel wird dem Leser was ganz anderes vorgegaukelt.
 
benedikt54  Am: 29.08.2012 12:19:35 Gelesen: 5111# 102 @  
@ xforce [#101]

Wenn das alles so einfach und simpel wäre warum hat dann eine grosse Schweizer Bank ihren Computerhandel wegen Erfolglosigkeit eingestellt.

Die haben und hätten doch dann alle Mittel der Welt.

Der Beitrag von WIWO richtet sich wie immer an die Dumpfbacken und hat wenig mit der Realität zu tun.
 
sbendel  Am: 29.08.2012 13:53:58 Gelesen: 5092# 103 @  
@ benedikt54 [#102]

"Geld auf doof verdienen" geht heute eben nur in der Erweiterten Form "Geld auf Kosten der Doofen verdienen". Mit Geschwindigkeit alleine ist definitv nichts mehr zu reissen. Vor 10 Jahren ging das noch.
 
pullPUSH  Am: 29.08.2012 22:09:20 Gelesen: 5056# 104 @  
@ xforce [#101]

Du hast das falsche PDF erwischt - Artikel bezog sich auf -> http://www.davinci-invest.ch/documents/Da_Vinci_K2_Tachyon_Fonds_ClassM_de.pdf

Grüße
 
xforce  Am: 30.08.2012 08:56:22 Gelesen: 5041# 105 @  
@ pullPUSH [#104]

Das PDF was du postet stellt die Entwicklung einer Strategie dar, wie sie angeblich auf dem Eigenhandelskonto gehandelt wurde. Wird sich natürlich nur schwer nachvollzhiehen lassen ob das wirklich so ist.

Der von mir gepostete Fond ist dagegen Börsennotiert, da hat man es schwarz auf weiss. Jetzt will man ja den öffentlichen Fond auf die gewinnbringende Strategie des Eigenhandels umswitchen. Wahrscheinlich deshalb auch die Schleichwerbung in der WiWo.

Am besten wir warten ein Jahr ab und schauen dann nochmal, wie sich die Performance dann entwickelt hat.
 
pullPUSH  Am: 30.08.2012 18:36:55 Gelesen: 5019# 106 @  
@ xforce [#105]

Wie auch immer - "not my Firm - not my Business". Mir ging´s um den Inhalt des redaktionellen Artikels der WiWo - was da wie oder warum nicht und auch ist - ist mir schnurtz! ;O)

Grüße
 
xtrade  Am: 30.08.2012 19:32:33 Gelesen: 5014# 107 @  
@ xforce [#101]

Hi xforce,

wobei im Text noch steht: "Aufgrund des Zusammenbruchs unseres ehemaligen Prime Brokers MF Global wurde von November 2011 bis Mai 2012 der Handel ausgesetzt ..."
 
benedikt54  Am: 03.09.2012 10:30:55 Gelesen: 5010# 108 @  
Schäuble plant Tempolimit für Börsencomputer

Was soll man den dazu noch sagen, es spricht für sich selbst.

Superschnelle Rechner dominieren den Aktienhandel. Kritiker monieren, dass der Mensch nicht mehr mitkommt – und gefährliche Kursbewegungen drohen. Nun sollen die Computer ausgebremst werden.

http://www.welt.de/finanzen/boerse/article108939107/Schaeuble-plant-Tempolimit-fuer-Boersencomputer.html
 
peterg  Am: 17.09.2012 21:00:50 Gelesen: 4879# 109 @  
Interessanter Artikel zum Thema Liquiditätsbereitstellung durch HFT hier am Beispiel 13.9.

http://www.ritholtz.com/blog/2012/09/nanex-disturbing-liquidity/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+TheBigPicture+%28The+Big+Picture%29

Daraus:

"...For Profit exchanges that are far more concerned with the next quarters earnings than providing adequate safeguards for investors...."

Insbesondere dieses Zitat trifft die gegenwärtige Situation auf den Aktienmärkten doch recht gut.
 
peterg  Am: 04.12.2012 18:04:47 Gelesen: 3208# 110 @  
In der NYT-online steht heute ein Vorbericht zu einer Arbeit von A. Kirilenko, den Chefökonomen der CFTC zum Thema High Frequency Trading:

"High-Speed Trades Hurt Investors, a Study Says"

http://www.nytimes.com/2012/12/04/business/high-speed-trades-hurt-investors-a-study-says.html?ref=business&pagewanted=all

Die CFTC bestätigte die Ergebnisse Kirilenkos nicht.

Es wird darauf hingewiesen, dass die Ergebnisse noch begutachtet werden und diese bereits auf Widerstand stoßen (von wem wohl?).
...
"Mr. Kirilenko, who is about to leave the C.F.T.C. for an academic position at the Massachusetts Institute of Technology, presented a draft of the paper at a C.F.T.C. conference last week. He said that the markets were a “zero sum game” in which the high-speed profits came at the expense of other traders."...
 

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