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Am Dienstag veröffentlichte das USDA die neuen Schätzungen zu Angebot und Nachfrage. Für Weizen senkte das USDA bei ansonsten gegenüber dem Vormonat unverändert belassenen Zahlen den amerikanischen Verbrauch um 10 Mio. Bushel und den Exportbedarf um 25 Mio. Bushel. Entsprechend steigt der erwartete Bestandsüberhang von 652 auf 687 Mio. Bushel, die 30,7% des Jahresverbrauchs entsprechen.
Bei Mais nahm das Ministerium keinerlei Veränderungen in den Erwartungen zu Angebot und Nachfrage des amerikanischen Marktes vor.
Bei Sojabohnen beließ das USDA die Produktionsziffern unverändert, setzte aber den inländischen und den Exportverbrauch um gemeinsam 25 Mio. Bushel höher an. Entsprechend niedriger erwartet das USDA nun den Bestandsüberhang 2001/02 bei 330 statt zuvor 355 Mio. Bushel, die nun 11,6% eines Jahresverbrauchs nach 12,6% entsprechen.
Das USDA gab auch neue Schätzungen für den Weltmarkt ab. Bei Weizen hob es die Produktion für 2001/02 an: 577,02 Mio. Tonnen nach 575,08 Mio. Tonnen in der Novemberprognose (2000/01: 582,23 Mio. Tonnen; 1999/2000: 585,93 Mio. Tonnen). Leicht angehoben wurde auch der Verbrauch, von 595,57 auf 596,04 Mio. Tonnen (2000/01: 589,46 Mio. Tonnen; 1999/2000: 591,62 Mio. Tonnen). Gemeinsam mit der gegenüber November ebenfalls höher erwarteten Anfangsbeständen sorgt dies dafür, daß die zum Saisonende erwarteten Bestände nun bei 143,98 Mio. Tonnen statt der im November erwarteten 140,26 Mio. Tonnen angesagt werden, sie aber immer noch deutlich unter den 163,00 Mio. Tonnen von 00/01 und 170,11 Mio. Tonnen von 99/00 liegen.
Bei Mais erwartet das USDA eine gegenüber der Novembererwartung mit 586,06 Mio. Tonnen leicht verringerte Produktion. Es erwartet aber einen geringeren Verbrauch, so daß die zum Saisonende erwarteten Bestände des Weltmarktes von 125,14 Mio. Tonnen auf 126,04 Mio. Tonnen steigen (2000/01: 152,43 Mio. Tonnen; 1999/2000: 171,48 Mio. Tonnen).
Für Sojabohnen setzt das USDA die Anfangsbestände leicht höher als im November an und erwartet auch eine leicht höhere Produktion, doch diese Steigerungen werden von einer erheblich höheren Nachfrage mehr als ausgeglichen. In der Konsequenz setzt das USDA die zum Ende der Saison 2001/02 erwarteten Bestände nun bei 29,15 Mio. Tonnen nach 29,84 Mio. Tonnen in der Novemberprognose (2000/01: 28,60 Mio. Tonnen; 1999/2000: 27,01 Mio. Tonnen) an.
Nun zur Überschrift, bevor uns der Platz in dieser Ausgabe zur Neige geht. Bei Betrachtungen der Getreidemärkte gilt die Aufmerksamkeit im allgemeinen Weizen, Mais und Soja. Aber sie gilt selten dem Hafer. Im Juni dieses Jahres notierte im Bereich um 110 Cents je Bushel. In diesen Tagen brachte es der Dezemberfuture im Hoch auf 238 Cents. Nahezu eine Verdoppelung der Preise. Vergleicht man die Notierungen des Dezemberkontraktes (der in dieser Woche aus dem Handel geht) mit denen der nachfolgenden Liefertermine, so stellt man fest, daß die Notierungen um so niedriger, je weiter in der Zukunft die Andienung angesiedelt ist. Hafer schloß den gestrigen Dienstag mit 235,25 für die Dezembersicht, mit 198,50 für die Märzsicht, und mit 185,25 für die Maisicht. Falls der Grund aus dieser Notierungsstruktur noch nicht erkennbar sein sollte: Eine Knappheit.
Die Produktion der USA reicht nicht aus, um den inneramerikanischen Bedarf zu decken. 40% des in den USA verbrauchten Hafers wird aus Kanada eingeführt. Die amerikanische Produktion liegt für 2001/02 bei 117 Mio. Bushel nach 150 Mio. Bushel in 2000/01. Die USA haben einen höheren Importbedarf, und dies schlägt sich bereits deutlich in Kanadas Beständen nieder. Per 20.11.01 lagen die dortigen Haferbestände 2,8 Mio. Tonnen 18% niedriger als die am 30.11.00 verzeichneten 3,4 Mio. Tonnen.
Während Getreidehändler eine Fortsetzung der Preisanstiege bei Hafer bis an das 1996er Hoch bei 296 erwarten, erscheint uns das Geschehen bei Hafer aus einem ganz anderen Blickwinkel interessant:
Hafer gilt in den Getreidemärkten traditionell als ein verläßlicher Frühindikator für die Entwicklungen bei Mais.
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