WTB-Kurse
Metastock
Platin
Benzin
Sojaschrot
chartbuch.de
Charthefte
Euro in Dollar
Palladium
Erdgas
Kakao
Analysen
zurück
US-Dollar
DAX
Rinder
Kaffee
Forum
 
Canadian Dollar
US-Aktien
Schweine
Zucker
ETM-Findex
 
Yen
CRB Index
Weizen
Börsenbücher
 
Gold
Rohöl
Mais
 Baumwolle
   
Silber
Heizöl
Sojabohnen
 Kupfer
  Platin 23.05.2001
01.08.2001 Platin: Japans Nachfrage vor dem Zusammenbruch  

Am 24. Mai erschien es uns in Ausgabe 1060 noch etwas verfrüht, auf eine Baisse in Platin zu setzen. Wir meinten aber, es sei ratsam, die Platinpreise im Auge zu behalten und bei der nächsten Schwäche short zu gehen. Wir brauchten nicht lange zu warten. Die avisierte Schwäche begann schon in der nachfolgenden Woche und zog die Notierungen um grob 120 Dollars je Unze nach unten.

In der vergangenen Woche stabilisierten sich die Preise. Dies wirft die Frage danach auf, ob die Talfahrt damit schon zu Ende ist, oder ob es sich nur um eine reine Verschnaufpause handeln könnte.

Wir sind der Ansicht, daß die Platinpreise weiter sinken werden. Diese Ansicht gründen wir auf den folgenden Überlegungen:

(a) Zu dieser Zeit im Jahr sind üblicherweise die Einkäufer der Automobilbranche dabei, ihren Bedarf an Katalysatormetallen für den Herbst und Winter zu decken. In diesem Sommer bleibt deren Nachfrage aus, und dies bedeutet, daß die Katalysatorhersteller offenbar ihre Bestände abzuarbeiten gedenken. Haussiers rechnen zwar damit, daß der für das vierte Quartal erhoffte Konjunkturaufschwung sich auch und besonders in der Nachfrage für Automobile niederschlagen wird. Doch diese Erwartung erscheint nach den Warnungen Alan Greenspans mittlerweile ein wenig naiv.

(b) Die andere Überlegung macht an der Tatsache fest, daß Japan der größte Platinverbraucher der Erde ist. In Japan gesellt sich zum Bedarf der Industrie auch der Bedarf der Juweliere hinzu, denn Platin ist das von Japanern bevorzugte Schmuckmetall. Im vergangenen Jahr wurde in Japan doppelt so viel Platin zu Schmuck verarbeitet wie in USA und Westeuropa zusammen.

Die Nachfrage für Platinschmuck hängt einerseits vom Preis und andererseits von den persönlichen, wirtschaftlichen Zukunftsperspektiven der potentiellen Käufer ab. Japans Wirtschaftskrise verheißt weder für den Konjunkturoptimismus der dortigen Konsumenten noch für den Kurs des Yen etwas Gutes. Nachdem die Bank of Japan bereits damit begonnen hat, das Land aus der Flaute heraus zu inflationieren, wird der Kurs des Yen gegenüber dem Dollar an Boden verlieren. Platin wird in Yen teurer, während über kurz oder lang die absichtliche Inflation die Kaufkraft der japanischen Einkommen auszehren wird. Die Nachfrage für Schmuckzwecke wird sinken.

(c) Die dritte Überlegung ist schließlich, daß die jetzigen Preise für Platin und Palladium aus langfristiger Sicht noch immer hoch sind. Insofern sind also auch die jetzigen Notierungen eine Folge der "russischen Lieferprobleme", die aber von immer mehr Edelmetallanalytikern bezweifelt werden. Immer häufiger hört man die Vermutung, es habe sich um die ersten Gehversuche der russischen Norilsk in Sachen Monopolkapitalismus gehandelt. Entsprechend des relativen Beitrags jenes Unternehmens zum Weltangebot an Palladium und Platin reagierte der Palladiumpreis denn auch sehr viel stärker als der des Platin.

Wir rechnen mit einer Fortsetzung des Preisverfalls, der Platin bis zum Jahreswechsel unter die Marke von 350 Dollars je Unze zurücksetzen sollte.

  Platin 23.05.2001