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  Gold 26.09.2001
24.10.2001 Gold: Schwanengesang  

Gold und Silber zogen in den Tagen nach dem 11. September drastisch an, liefen dann zur Seite und gaben in diesem Monat beinahe alle Notierungsgewinne wieder auf. Das Wall Street Journal sah in dieser Woche für seine US-Ausgabe ausreichend Grund für einen Abgesang auf Gold und Silber als Krisenmetalle. Beide, so meinte das WSJ, hätten sich als unfähig erwiesen, einer nie zuvor erlebten Krise in ihren Preisen Rechnung zu tragen.

Diese Wertung erscheint uns ein wenig voreilig, denn die Krise ist noch nicht ausgestanden. Lediglich der massive Schock des elften September hat sich gelegt. Aber die Attacken auf den American Way of Life gehen weiter. Anfangs wurden die biologischen Angriffe mit Milzbranderregern nicht in Verbindung mit den Anschlägen des elften Septembers gesehen. Diese Einschätzung hat sich nach mittlerweile 31 bestätigten Infizierungen sowie nach drei Todesfällen grundlegend verändert. Bei den biologischen Briefbomben bedurfte für die Verunsicherung der Bevölkerung gar keiner publikumswirksamen Aktionen. In den vergangenen einhundert Jahren wurden in den USA 17 Milzbrandfälle verzeichnet.

Kommentatoren deuten die Abwesenheit einer positiven Reaktion der Gold- und Silberpreise auf die biologischen Angriffe dahingehend, daß Investoren keinerlei Sinn darin sehen, sich mit Gold oder Silber gegen die möglichen Folgen solcher Anschläge absichern zu können. Gold und Silber seien nun einmal schlechter Waffen in der Abwehr biologischer und chemischer Kampfmittel. Das ist richtig. Gold und Silber sind aber auch für die Abwehr konventioneller Kampfmittel ungeeignet. Dennoch erwiesen sich beide in letzter Instanz als Zahlungsmittel, die jeglichen militärischen Konflikt schadlos überstanden.

Die Annahme eines auch zukünftig trostlosen Verlaufs der Gold- und Silberpreise fußt auf der Annahme, daß keine weiteren Terroranschläge folgen werden. Sie fußt auch auf der Annahme, daß der Sektor der Edelmetalle sich weiterhin in einer langfristigen Baisse befindet. Weder der einen noch der anderen Vermutung können wir uns anschließen. Weitere Terroranschläge sind seit dem Beginn der Militäraktionen in Afghanistan wahrscheinlicher geworden. Gold bewegte sich nicht erst seit dem 11.09.2001 aufwärts, sondern begann diese Bewegung bereits im April. Am Eindruck der Langfristcharts hat die jüngste Goldschwäche nichts verändert.

Wir nutzen deshalb die derzeitigen Preise, um uns für die nächsten Anstiege zu positionieren.

  Gold 26.09.2001